ProzessStandard Offsetdruck
Die Westkreuz-Druckerei befindet sich momentan in der Vorbereitung der Zertifizierung nach ProzessStandard Offsetdruck.
Aber was ist eigentlich ein ProzessStandard Offsetdruck?
Im ProzessStandard Offsetdruck werden Kriterien festgelegt, anhand derer sich die Farbwiedergabe in allen Prozessstufen der Druckproduktion objektiv beurteilen und gezielt steuern lässt. Der Standard legt also die Produktionseigenschaften fest, die das problemlose Zusammenspiel mit anderen Produkten gewährleisten.
Warum ist es wichtig nach dem ProzessStandard Offsetdruck zu arbeiten?
Nehmen wir einmal an, eine Kosmetikfirma möchte Ihren neuen Lippenstift in der Saisonfarbe „Pink“ auf verschiedenen Druckprodukten vorstellen. Die Firma möchte natürlich, dass dieses „Pink“ möglichst auf allen Druckprodukten originalgetreu wiedergegeben wird. Daher muss sich die Farbe gezielt beeinflussen lassen, und jederzeit in gleicher Qualität reproduziert werden können.
Die Druckproduktion besteht aus vielen Teil-Prozessen und deshalb muss sichergestellt werden, dass die für das Endprodukt relevanten Farbinformationen zwischen den einzelnen Fertigungsschritten korrekt übergeben und übernommen werden. Da Schnittstellen im Produktionsablauf festgelegt und dadurch auch mögliche Fehler vermieden werden, vereinfacht der ProzessStandard Offsetdruck die Druckproduktion.
Trotzdem wird beispielsweise das „Pink“ des Lippenstiftes auf Zeitungspapier gedruckt, materialbedingt nie so farbstark und kontrastreich aussehen können, wie auf einem hochwertigen, glänzend, gestrichenen Bilderdruckpapier. Aber der ProzessStandard Offsetdruck sorgt dafür, dass in beiden Fällen die bestmögliche Annäherung an die Vorlage erreicht wird. Daher stimmen das Zeitungsinserat und der Produktkatalog so gut überein, wie es technisch möglich ist.
Der ProzessStandard Offsetdruck im Detail
Um in der Druckindustrie farbgenau zu arbeiten, ist der ProzessStandard Offsetdruck ein Regelwerk. Anhand von messtechnisch überprüfbaren Sollwerten, die in der internationalen Normung verankert und weltweit gültig sind, werden Anforderungen an Daten, Filme, Druckplatten, Proofs, Andrucke und den Auflagendruck festgelegt.
So kann man in einem bestimmten Fertigungsschritt ganz gezielt auf das gewünschte Endprodukt hin arbeiten. Doch auch im Druck sind kleine Abweichungen vom gewünschten Ergebnis unvermeidlich. Das liegt am technologisch hochkomplexen Verfahren, aber auch am eingesetzten Material. Um diese Differenzen auf das technisch und wirtschaftlich vertretbare Mindestmaß zu beschränken, werden im ProzessStandard Offsetdruck nicht nur Sollwerte benannt, sondern auch Toleranzen, die bei der Produktion eingehalten werden sollen. Zusätzlich beschreibt der ProzessStandard Offsetdruck wie die gewünschten Zielwerte auf effiziente Weise erreicht werden können und welche Kontrollmöglichkeiten es gibt.
So kann eine überall und jederzeit farbgetreue Wiedergabe Ihrer Bildmotive möglich sein. Vorausgesetzt alle Vorstufen- und Druckbetriebe, die Sie mit der Produktion Ihrer Printprodukte beauftragen, arbeiten nach diesem Standard.
Die Voraussetzungen
Um Ihre Daten im ProzessStandard Offsetdruck farbsicher zu produzieren, ist die korrekte Beschaffenheit Ihrer Daten und Druckunterlagen wichtig. Man kann für kein gewünschtes farbkorrektes Druckerzeugnis garantieren, wenn die Qualität der Daten für den Offsetdruck unbrauchbar sind. Zum Beispiel weil Sie mit Office-Programmen und ohne bzw. mit falschem Farbmanagement bzw. falschen Farbprofilen erzeugt wurden.
Falls Sie Ihre Druckdaten selbst erstellen und nicht ganz sicher damit sind, dann rufen Sie uns an oder vereinbaren Sie einen Termin mit uns. Wir sind gern für Sie da und beraten Sie.
Was ist eigentlich ein farbverbindlicher Proof?
Farb-Proofs müssen das zu erwartende Druckerzeugnis so gut wie möglich simulieren. Die farbrichtige Wiedergabe des späteren Druckergebnisses ist aber nur möglich, wenn der Proof die im Druck herrschenden Bedingungen berücksichtigt. Dazu gehören das eingesetzte Druckverfahren, der verwendete Papiertyp und die Rasterung.
Kontrolliert wird dies mit dem Farbmessgerät, wozu ein sogenannter Medienkeil benötigt wird. Dieser besteht aus einer Anzahl definierter Farbfelder, die auf dem Proof mit ausgedruckt werden. Nur wenn die richtigen Werte erreicht werden, kann man davon ausgehen, dass das Farbergebnis des Proofs im Auflagendruck auch wirklich zu erreichen ist.
Ein Proof ohne Medienkeil kann niemals Farbverbindlichkeit beanspruchen.
